Plan B? Manchmal besser als Plan A
Wer auf See unterwegs ist, lernt schnell: Das Meer entscheidet. Und manchmal entscheidet es verdammt gut. Eigentlich stand heute Menorca auf dem Programm – eine Insel, die ich sehr mag und auf die ich mich ehrlich gesagt schon gefreut hatte. Aber das Mittelmeer hatte in der Nacht seine Meinung geändert, und die hohen Wellen machten einen Anlauf auf Menorca schlicht unmöglich. Also schwenkte die Sea Cloud Spirit um – Kurs: Mallorca.

Was ich an der Sea Cloud Spirit in solchen Momenten wirklich schätze: Die Crew weiß, was sie tut. Die Maschinen liefen auf Hochtouren, um das Schiff zu stabilisieren – und tatsächlich war der Seegang an Bord deutlich spürbarer als an ruhigeren Tagen. Aber das gehört dazu. Das ist echte Seefahrt, kein Themenpark.
Palma de Mallorca – die Königin der Balearen empfängt uns
Am Nachmittag kam dann, was das Mittelmeer so unglaublich macht: Die Wolken rissen auf, die Sonne schob sich durch, und plötzlich lag da diese Stadt vor uns – Palma de Mallorca, mit der mächtigen Kathedrale La Seu direkt am Wasser, fast unwirklich schön im Abendlicht. Ehrlich gesagt: kein schlechter Trost.
Palma ist für mich eine der elegantesten Hafenstädte des gesamten Mittelmeers. Die Altstadt mit ihren Sandsteinpalais aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die Boutiquehotels in alten Stadtvillen, die Tapas-Bars in den engen Gassen der Casc Antic – und dann diese Kathedrale, die gotischste aller gotischen Kathedralen, erbaut auf einem Felsen über dem Meer. Wer Mallorca nur als Ballermann kennt, verpasst eine der schönsten Städte Europas. Aber das ist ein anderes Thema.
Filmdreh und Sylter Beats – der Abend gehört uns
An Deck wurde gefilmt – die Kulisse von Palma im Hintergrund, die Takelung der Sea Cloud Spirit, das goldene Licht: Wer da nicht in die Kamera schaut, macht irgendetwas falsch.

Und dann legte er los: Peter Kliem, der Sylter DJ, der seit Jahren auf den besten Terrassen der Insel spielt und weiß, wie man eine Stimmung aufbaut, ohne sie zu erschlagen. Housige Grooves, ein bisschen Ibiza-Feeling, ein bisschen Sylt-Eleganz – genau das Richtige für diesen Abend auf dem Deck einer der schönsten Segelkreuzfahrtschiffe der Welt. Die Gäste tanzten, lachten, genossen. Menorca? Vergessen.

Wontorra und ich – wenn Fußball nur der Anfang ist
Einer der schönsten Aspekte dieser Reise auf der Sea Cloud Spirit ist die besondere Gesellschaft an Bord. Jörg Wontorra ist eine Legende – das weiß jeder, der in den letzten Jahrzehnten auch nur gelegentlich den Fernseher eingeschaltet hat. Aber was viele vielleicht nicht wissen: Der Mann ist ein brillanter Gesprächspartner, weit über den Fußball hinaus.

Wir saßen zusammen, redeten – und natürlich kam auch die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 zur Sprache, für die Jörg und Toni Schumacher als Gäste an Bord sind. Aber dann wurde aus dem Gespräch etwas anderes: Reisen, das Leben, Begegnungen, Menschen, die einen geprägt haben. Diese Momente – ein Glas Wein, das richtige Gegenüber, das Rauschen des Meeres – das ist es, wofür ich seit fast 30 Jahren Kreuzfahrten vermarkte. Nicht der Hafen. Das Dazwischen.
Ein Dinner, das keine weiteren Worte braucht
Den Abschluss des Tages bildete ein Dinner, das – ich sage es schlicht – perfekt war. Die Küche der Sea Cloud Spirit gehört zum Besten, was ich auf See erlebt habe, und das sage ich nach mehr als 170 Kreuzfahrten nicht leichtfertig. Frische Zutaten, mediterrane Leichtigkeit, ein Service, der aufmerksam ist, ohne aufdringlich zu wirken.

Draußen lag Palma im Abendlicht. Drinnen herrschte diese besondere Stille, die entsteht, wenn Menschen zufrieden sind. Menorca kommt irgendwann wieder. Heute war Mallorca genau richtig.
Euer Ulrich – von Bord der Sea Cloud Spirit, irgendwo zwischen den Balearen und dem nächsten großen Moment.













