Tag 7 an Bord der Sea Cloud Spirit – Seetag, Kletterpartie und ein Abschied, der sich ankündigt
Manchmal sind es gerade die Tage ohne Hafen, die sich am tiefsten ins Gedächtnis eingraben. Tag 7 auf der Sea Cloud Spirit war so ein Tag. Kein Anlegen, kein Stadtbummel, kein Pflasterstein unter den Füßen – dafür offenes Mittelmeer, Salzluft, tiefblaues Wasser und ein Programm, das sich gewaschen hatte. Im besten Sinne.
Wer den Mut hat, darf hoch hinaus
Ich gebe zu: Als mir jemand an Bord erzählte, dass man nach einem bestandenen Fitnesstest in die Wanten klettern darf – also ins Tauwerk des großen Mastes – habe ich kurz geschluckt. Fünfzehn Meter. Senkrecht. Über dem Deck der Sea Cloud Spirit, während das Schiff sanft in der Dünung liegt. Das ist kein Kletterpark mit Sicherheitsnetz und Aufmunterungscoach, das ist echte Seemannschaft.

Wer oben ankommt, hat nicht nur einen atemberaubenden Ausblick über das Mittelmeer – der erstreckt sich bei guter Sicht bis zum Horizont, gefühlt bis ans Ende der Welt. Wer oben ankommt, hat sich auch etwas bewiesen. Ich sage nur so viel: Der Fitnesstest wurde bestanden. Den Rest lasse ich mal offen.
Badestop im offenen Meer – 1.500 Meter unter uns nichts als Wasser
Was folgte, war einer jener Momente, die man auf einer Segelkreuzfahrt im Mittelmeer schlicht nicht vergisst. Die Sea Cloud Spirit stoppte mitten auf dem offenen Meer. Kein Hafen in Sicht, kein Ufer, kein Boot. Nur Horizont – in alle Richtungen. Und dann öffnete sich die Badeplattform am Heck.

27 Grad Wassertemperatur. Unter uns: 1.500 Meter Tiefe. Das ist kein Planschbecken – das ist das echte Mittelmeer, so wie es sein soll. Wer einmal ins Wasser springt, mitten auf dem offenen Ozean, mit diesem historischen Segelschiff als einzigem Ankerpunkt – der versteht, warum Sea Cloud Cruises für so viele Menschen nicht einfach eine Reederei ist, sondern ein Lebensgefühl. Dieses Erlebnis allein rechtfertigt schon die ganze Reise.
Genuss auf dem Lidodeck – frischer Lachs und beste Gesellschaft
Nach dem Bad war der Hunger natürlich programmatisch. Und die Sea Cloud Spirit ließ sich nicht lumpen. Auf dem Lidodeck warteten Köstlichkeiten, die man sich nach einem Sprung ins Mittelmeer redlich verdient hat: frischer Lachs, fein arrangiert, dazu alles, was ein gepflegtes Mittagsbuffet an Bord eines Luxusschiffes ausmacht.

Ich sage immer: Essen an Bord ist nie nur Essen. Es ist das Gespräch dabei, die Atmosphäre, der leichte Wind, der die Serviette davonweht, die Leichtigkeit des Augenblicks. Und wenn dann Jörg Wontorra und Toni Schumacher am Nebentisch die neuesten WM-Erkenntnisse aus dem Jahr 2026 analysieren, dann hat so ein Mittagessen schon fast Talk-Show-Qualität – nur mit besserem Ausblick.
Sonnenuntergang, Musik und der leise Abschiedsblues
Den Abend hätte ich gerne in eine Flasche gefüllt und mitgenommen. Das Licht wurde golden, dann rosa, dann dieses tiefe Orange, das das Mittelmeer so unverschämt gut beherrscht. Auf dem Lidodeck legten die Beats los – heiße Rhythmen, die zum Tanz einluden, und eine Stimmung, die sich irgendwo zwischen Ibiza-Sundowner und klassischer Segelromantik bewegte. Kein Widerspruch. Beides passt.

Und dann war da dieser Gedanke, den man bei schönen Reisen immer irgendwann hat und den man trotzdem nie rechtzeitig genug wegschieben kann: Morgen ist der letzte Tag. In Málaga endet unsere Reise auf der Sea Cloud Spirit – von Livorno über das westliche Mittelmeer, die Balearen, Sardinien, und nun der Abschluss an der Costa del Sol. Acht Tage, die sich wie drei Wochen angefühlt haben – im allerbesten Sinne.

Fazit eines unvergesslichen Seetages
Wer glaubt, ein Tag auf See ohne Hafen sei irgendwie ein verlorener Reisetag, der hat noch nie auf der Sea Cloud Spirit einen Seetag erlebt. In die Wanten klettern, ins offene Meer springen, frischen Lachs in der Mittagssonne genießen und dann mit heißen Beats in den Sonnenuntergang hineintanzen – das ist kein Programm. Das ist ein Lebensgefühl.
Morgen geht es für uns nach Málaga. Für mich bedeutet das: Koffer packen, eine letzte Runde über das Deck drehen, noch einmal tief Meeresluft einatmen – und leise Danke sagen. An die Sea Cloud Spirit, an Sea Cloud Cruises, an das Mittelmeer und an alle, die diese Reise zu etwas Besonderem gemacht haben. Mehr dazu morgen auf Luxus.Kreuzfahrten.net.













