Abfahrt in Köln – wenn der Dom dich in die Reise entlässt
Es gibt Momente, die man sich nicht besser ausdenken könnte. Kurz vor 15 Uhr, Deutzer Seite, Köln. Ich stehe am Ufer, hinter mir die vertraute Silhouette des Doms, vor mir die nickoSPIRIT – und irgendwo zwischen diesen beiden Welten beginnt für mich wieder einmal der beste Job der Welt. Nach mehr als 170 Kreuzfahrten überkommt mich dieses Kribbeln noch immer. Jedes. Einzelne. Mal.

Die nickoSPIRIT von nicko cruises ist ein elegantes Flusskreuzfahrtschiff – 110 Meter lang, 170 Passagiere, 38 Crew-Mitglieder, die man an Bord spürt, ohne dass sie einem auf die Nerven gehen. Genau diese Mischung mag ich. Gleich nach der Einschiffung beziehe ich meine Kabine 323 auf dem Oberdeck – und was soll ich sagen: Das absenkbare Panoramafenster ist und bleibt ein Argument, das kein Hotelzimmer der Welt toppen kann. Dom in Sichtweite, Rhein unter einem, Sonnenreflexionen auf dem Wasser. Willkommen an Bord.

Umroutung? Kein Problem – Belgien und Holland warten sowieso schon
Wer mich kennt, weiß: Ich bin seit 1997 im Kreuzfahrtgeschäft, und die Niedrigwasser-Problematik auf Rhein und Mosel ist keine Neuigkeit. Dass die ursprünglich geplante Route über Mosel, Trier und Koblenz diesmal nicht befahrbar ist, klingt zunächst nach Enttäuschung – aber die Umroutung in Richtung Niederlande und Belgien entpuppt sich schnell als glücklicher Zufall. Gorinchem, Gent, Brüssel, Antwerpen, Maastricht, Arnheim. Eine Strecke, die es locker mit jeder Moseltour aufnehmen kann, und das sage ich als jemand, der die Mosel sehr mag.

Bernhard Vogel – eine Instanz auf 110 Metern
Diese Reise ist eine Seminarreise, und der Mann, ohne den das alles nicht dasselbe wäre, heißt Bernhard Vogel. Gruppenleiter, Gastgeber, Entertainer – am 1. August feiert er sein 20-jähriges Jubiläum bei nicko cruises. Wenn Bernhard den Raum betritt, wird es warm. Sein Begrüßungstreff ist eine Mischung aus Kabarett, Herzlichkeit und echter Kompetenz. Ich glaube, er könnte auch eine Zollabfertigung moderieren, und man würde applaudieren.
Den Abend verbringen wir beim Abendessen im Mario’s Grill – einem der drei Restaurants an Bord – mit fantastischem Heckwellenblick auf den vorbeiziehenden Rhein und einem Experten-Abend rund um das Thema Kreuzfahrt. Prickelnder Start, im doppelten Sinne.

Sonnenuntergang statt WM-Finale – manche Entscheidungen sind einfach leicht
Während sich der Großteil der Gruppe in der Lounge versammelt, um das WM-Finale Spanien gegen Argentinien zu verfolgen – Fußball hat ja durchaus seine Berechtigung –, stehe ich am Bug der nickoSPIRIT und schaue dem Rhein beim Goldwerden zu. Die Schiffsglocke mit der Gravur nickoSPIRIT 2020 glänzt in der Abendsonne, der Strom zieht gleichmäßig unter dem Rumpf hindurch, und irgendwo hinter mir braust die Lounge auf – Tor oder Abseits, ich werde es nie erfahren. Ehrlich gesagt: kein bisschen schade.

Das ist der erste Abend auf dieser Flusskreuzfahrt durch die Benelux-Länder – und er macht schon deutlich, was die nächsten Tage versprechen: Entschleunigung mit Substanz, Neugier mit Komfort, und das gute Gefühl, genau dort zu sein, wo man hingehört. Morgen früh um 6 Uhr macht die nickoSPIRIT in Gorinchem fest – einer der kleinen, feinen Entdeckungen, die nur eine Flussreise so miteinander verbinden kann. Ich freue mich.
Bis morgen – Ihr Ulrich Sommerfeld von Luxus.Kreuzfahrten.net











