Tag 3 an Bord der nickoSPIRIT – Gent verzaubert uns mit Grachten, Gänsehaut und Gentse Feesten
Es gibt Städte, die man kennt, ohne je dort gewesen zu sein. Und dann betritt man sie – und denkt: Warum war ich nicht viel früher hier? Gent ist so eine Stadt. Unser dritter Reisetag auf der nickoSPIRIT führte uns in eine der schönsten Städte Belgiens, und ich sage euch: Das war kein gewöhnlicher Hafenstopp. Das war ein kleines Erweckungserlebnis.

Wir legten früh morgens um 5 Uhr in Gent an – der Vorteil einer Flusskreuzfahrt ist ja, dass man mitten ins Herz einer Stadt fährt, während andere Touristen noch im Hotelzimmer übersetzen, wie der Busbahnhof auf Google Maps zu finden ist. Bis 13 Uhr hatten wir die Stadt ganz für uns, na ja, fast. Denn Gent hatte gerade seine berühmten Gentse Feesten im Gepäck.
Gentse Feesten – zehn Tage, viel Bier, noch mehr Lebensfreude
Wer das nicht kennt: Die Gentse Feesten sind eines der größten Stadtfeste Europas. Zehn Tage lang verwandelt sich die gesamte Innenstadt in eine einzige große Freiluftbühne. Musik an jeder Ecke, Bier in Strömen, Menschen in bester Laune – und das mitten in einem historischen Stadtbild, das einem die Sprache verschlägt. Wir kamen genau zur richtigen Zeit.

Die Stimmung in den Gassen war elektrisierend. Zwischen mittelalterlichen Fassaden, über Kopfsteinpflaster und entlang der Grachten zog sich der bunte Trubel des Festes – und gleichzeitig konnte man an der St.-Bavo-Kathedrale in aller Stille innehalten und den berühmten Genter Altar von Jan van Eyck bewundern. Dieser Kontrast macht Gent so unwiderstehlich: eine lebendige Universitätsstadt mit einer Seele, die Jahrhunderte alt ist.
Das Schloss der Grafen von Flandern – der Gravensteen – thronte wie ein trotziger Ritter über allem. Man kommt sich unweigerlich vor wie in einem Historienfilm, nur dass hier echte Menschen leben, Bier trinken und Musik machen. Ich liebe das.
Belgische Pralinen – eine ernste Angelegenheit
Natürlich führte mein Weg auch an einer der zahlreichen Pralinenboutiquen vorbei. Wenn nicht hier, wo dann? Belgische Schokolade ist keine Süßigkeit – sie ist Kulturgut. Die Vitrine, die mich anlächelte, hätte auch in einem Schmuckgeschäft stehen können: jede Praline ein kleines Kunstwerk, akkurat in Reihen, jede anders, jede verführerischer als die andere.

Ich habe natürlich eine Auswahl mitgenommen. Für euch. Wirklich. Gut, ein Teil davon hat die Rückreise nicht überlebt. Ihr wisst schon, wie das läuft.
Ingo Swoboda nimmt die Weinwelt auf die Schippe – und alle lieben ihn dafür
Der Abend an Bord gehörte einem ganz besonderen Mann: Ingo Swoboda, Journalist, Autor und Weinexperte, der uns bereits am ersten Abend in Köln mit einem Experten-Abend rund um deutschen Winzersekt begeistert hatte. Wer Ingo noch nicht erlebt hat, dem sei gesagt: Das ist kein trockener Fachvortrag mit Noten und Punkteskalen. Das ist Unterhaltung der feinsten Art.

Mit spitzer Zunge und unbestechlichem Humor nahm er all jene aufs Korn, die beim Weintest allen Ernstes Litschifrucht, abgefahrene Autoreifen oder feuchten Kellerboden behaupten zu schmecken. Der Saal bog sich vor Lachen – und gleichzeitig lernte man dabei tatsächlich etwas über deutsche Weine, über Herkunft, Handwerk und ehrliche Aromatik. So muss Weinbildung sein: mit einem Glas in der Hand und einem Lächeln im Gesicht.
Dieser Abend war eines jener Highlights, die man auf einer Seminarreise mit nicko cruises immer wieder erlebt: Menschen, die ihr Thema wirklich lieben, und es mit echtem Feuer weitergeben. Bernhard Vogel, unser Reiseleiter, hatte auch dieses Mal ein glückliches Händchen bei der Auswahl des Abendprogramms.
Sonnenuntergang auf dem Rhein – Momente, für die man reist
Und dann, während die nickoSPIRIT ruhig durch das abendliche Wasser glitt, passierte eines dieser Momente, für die man eigentlich keine Worte braucht. Der Himmel zog alle Register: Orange, Gold, ein Hauch Rot – und am Horizont die Silhouetten von Frachtern und Windrädern, die sich schwarz gegen das Leuchten abzeichneten.

Ich stand an Deck, Weinglas in der Hand, und dachte: Das ist es. Genau das ist der Grund, warum ich seit 1997 Kreuzfahrten vermarkte und warum ich selbst nicht aufhören kann, an Bord zu gehen. Eine Luxuskreuzfahrt auf dem Fluss ist eben nicht nur eine Reise von A nach B. Es ist ein Erleben, das sich in die Seele einbrennt.
Morgen erwartet uns Brüssel – Grand Place, Atomium, Manneken Pis und ein Gala-Dinner, das von Johann Lafer inspiriert ist. Ich freue mich wie ein kleines Kind. Bis morgen!
Euer Ulrich
An Bord der nickoSPIRIT | Luxus.Kreuzfahrten.net










